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VIER PROZENT INFLATION IM EURO-RAUM

Nachdem jahrzehntelang relative Preisstabilität herrschte, stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent, im europäischen Durchschnitt um vier Prozent.

Ökonomen nennen vor allem zwei Hauptursachen:
Die große Nachfrage in boomenden Schwellenländern wie Indien und China hat die Preise vor allem für Erdöl und Lebensmittel in die Höhe getrieben. Hinzu kommen mehr und mehr Finanzmarktspekulationen sowie die Energiepolitik.
Deutschland will beispielsweise Erdöl durch Pflanzentreibstoff ersetzen, was die Preisentwicklung auf dem Agrarmarkt zusätzlich anheizt. So verzeichnet das Statistische Bundesamt für Nahrungsmittel zwischen Mai 2007 und Mai 2008 ein Preisplus von 7,5 Prozent. Heizöl wurde innerhalb eines Jahres um 57 Prozent teurer, Kraftstoffe um 12 Prozent und Strom um sieben Prozent. Für den gesamten Bereich der Verkehrsdienstleistungen vermelden die Statistiken einen Anstieg von 4,8 Prozent.

Allein die höheren Kraftstoffpreise verteuern am Ende nicht nur die PKW-Kosten, sondern auch Milch, Tomaten und T-Shirts - denn im Endpreis fast aller Güter sind Transportkosten enthalten.

Bislang ist die Inflation "importiert" wie Ökonom Gustav Adolf Horn vom Institut für Makroökonomie sagt. Die Ursachen für die bisherigen Preissteigerungen liegen im Ausland. Die große Frage allerdings lautet: Werden die Gewerkschaften im Auftrag ihrer Mitglieder, die als Verbraucher im Supermarkt höhere Preise bezahlen, auch steigende Löhne durchsetzen? Die Lohn-Preis-Spirale würde die Inflation erst richtig in Gang setzen. Wirtschaftsforscher rechnen allerdings nur mit einer Steigerung der gezahlten Bruttolöhne um drei Prozent in diesem Jahr.
Ergebnis: IM DURCHSCHNITT HABEN DIE BESCHÄFTIGTEN VOM LOHNPLUS KEINEN VORTEIL.

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